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Mount Everest (8.848 m) - Ein Lager am Südsattel (ca. 8.000 m) ohne den heute üblichen Müll

Bereits 1972 hatte Karl Maria Herrligkoffer beim nepalesischen Außenministerium ein Permit für die Besteigung des Mount Everest beantragt, musste sich jedoch der langen Warteliste wegen mit einer Genehmigung für den Nachmonsun 1978 zufrieden geben.

Im Auge gehabt hatte Herrligkoffer ursprünglich die Erstdurchsteigung der schwierigen Südwestwand, die ihm 1975 von einer englischen Expedition weggeschnappt wurde. Herrligkoffer disponierte um: Expeditionsziel wurde nun die erste deutsche Besteigung des Mount

Everest. Aber auch daraus wurde nichts. Denn im Vormonsun 1978 kletterte der Heidelberger Reinhard Karl als Fotograf einer österreichischen Expedition als erster Deutscher auf den höchsten Punkt der Erde.

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Mount Everest (8.848 m) - Der Verbindungsgrat vom Süd- zum Hauptgipfel. Die steile Stufe im oberen Drittel markiert den Hillary-Step

Nichtsdestotrotz rückte Herrligkoffer im August 1978 mit einer zahlen- und leistungsmäßig starken Truppe im Everest-Basislager ein. Es war eine deutsch-französische Mannschaft, welche die Freundschaft zwischen den beiden Nationen symbolisierte. Zu Herrligkoffers Team gehörten die Deutschen Hans Engl, Günther Härter, Hubert Hillmaier, Siegfried Hupfauer, Hans Kirchberger, Willi Klimek, Bernd Kullmann, Josef Mack, Georg Ritter, Marianne und Sepp Walter sowie der Schweizer Robert Allenbach und die Polin Wanda Rutkiewicz. Der bekannte französische Alpinist Pierre Mazeaud hatte mit Claude Deck, Jean Afanassieff, Walter Checchinel, Ramond Despiau, Nicolas Jaeger, Jean-François Mazeaud und dem als Kameramann engagierten österreichischen Achttausendermann Kurt Diemberger ebenfalls zahlreiche Spitzenbergsteiger in seinem Team.

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Auf dem Weg zum Gipfel des Mount Everest (8848m). Die beiden Sherpas Angdorje (links) und Mingma. Im Hintergrund der Makalu (8463m).

Am 14. Oktober spurt Sepp Mack, begleitet von Hubert Hillmaier vom Südsattel aus zum Gipfel, den sie gegen 16.30 Uhr erreichen. Hans Engl aus dem oberbayerischen Waakirchen steigt ihnen im Alleingang hinterher. Er ist der erste Deutsche und der dritte Mensch überhaupt, dem der Aufstieg ohne die Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff gelingt. Mit welchen Tücken die Verwendung von Atemgeräten verbunden ist, muss Sepp Mack erfahren, als ihm auf dem Rückweg vom Gipfel der Sauerstoff ausgeht. Im Höhensturm kämpft er sich tiefer. Zweihundert Meter über dem rettenden Hochlager scheint er am Ende seiner Kräfte zu sein. Hubert Hillmeier hat inzwischen das Lager erreicht. Mit einer Thermoskanne voll heißem Tee schleppt er sich wieder hinauf und hilft dem Erschöpften beim Abstieg zum Südsattel.

In den nächsten drei Tagen startet ein richtiger Run auf den Gipfel des Everest. Am 15. Oktober erreichen Jean Afanassieff und Claude Jaeger den höchsten Punkt der Erde, zwei Stunden nach ihnen die „alten Herren“ Pierre Mazeaud und Kurt Diemberger. Am Tag darauf gelingt Robert Allenbach, Siegfried Hupfauer, Willi Klimek, Wanda Rutkiewicz sowie den Sherpas Ang Dorge, Ang Kami und Mingma der Aufstieg, den beiden letztgenannten ohne künstlichen Sauerstoff. Am 17. Oktober spurtet der Pforzheimer Bernd Kullmann zum Gipfel. Unter der Überhose trägt er gerade eine Bluejeans! Ihm folgt der Schwabe Georg Ritter. Insgesamt waren 16 Expeditionsmitglieder erfolgreich, drei von ihnen ohne künstlichen Sauerstoff. Wanda Rutkiewicz stand als erste Europäerin und dritte Frau überhaupt ganz oben auf der Welt.

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