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ursprünglich veröffentlicht: Mittwoch, den 27. Januar 2010

Stiftung verteidigt die Ehre des Stifters

Im PresseClub München haben am 15.Januar 2010 der Stiftungsvorstand Manfred Sturm, die einstigen Expeditionsteilnehmer der 70er Nanga-Parbat-Expedition Gerhard Baur, Max von Kienlin, Jürgen Winkler sowie Dr. Klaus M. Herrligkoffer den Stiftungsgründer Karl-Maria Herrligkoffer verteidigt gegen dessen verunglimpfende Darstellung im Vilsmaier-Film ‚Nanga Parbat’.

Rund 40 Journalisten der Publikums- und Fachpresse füllten den Raum bis auf den letzten Platz, als Stiftungsvorsitzender Manfred Sturm nicht nur das Podium vorstellte, sondern auch einige andere ehemalige Herrligkoffer-Expeditionsteilnehmer wie ein Anderl Mannhardt oder Hans Engl, die als „Zeitzeugen“ zur Pressekonferenz gebeten worden waren.

Nach Vorstellung der Stiftung und ihrer Aufgabenstellung begründete Manfred Sturm die Kritik der Stiftung am ‚Nanga-Parbat’-Film von Joseph Vilsmaier mit der „verzerrten und falschen Darstellung der Nanga-Parbat-Expedition von 1970“. Vor allem kritisierte er begründet die „verzerrte, falsche und inakzeptable Darstellung des Charakters und der Handlungen des Stifters und damaligen Expeditionsleiters Prof. Dr. Karl Herrligkoffer.

Zwar hatte die Stiftung dem Regisseur Joseph Vilsmaier vor Fertigstellung des Films schriftlich angeboten, ihm mit Informationen zur Expeditionsgeschichte und auch zum schlechten Verhältnis von Reinhold Messner zum Stifter Karl-Maria Herrligkoffer zu informieren, doch Vilsmaier hatte abgelehnt.

Die ehemaligen Expeditionsteilnehmer – übrigens auch nicht befragt – teilten grundsätzlich diese Auffassung, wobei jeder aus seiner Sicht sowohl Kritik an der Vilsmaier-Darstellung von Karl-Maria Herrligkoffer im Film äußerte als auch an fehlerhaften, falschen Darstellungen, die im Film als Verhalten von Teilnehmern oder als Vorgangsschilderungen auftauchten. Verbittert zeigten sich besonders die beiden Expeditionsteilnehmer Gerhard Baur und Jürgen Winkler darüber, dass man heute bereits verstorbenen einstigen Kameraden Felix Kuen und Peter Scholz am (Film-)Gipfel des Nanga Parbat „schlimme charakterlose Aus­sagen in den Mund“ legte; Tage später wird der Filmkritiker Sebastian Lindemeyer dafür das Wort „Kameradenschweine“ schreiben.

Expeditionsteilnehmer Max von Kienlin, damals mit Reinhold Messner befreundet, fasste zusammen: „Der Vilsmaier-Film verfälscht, fügt hinzu, was nicht geschehen ist und lässt weg, was geschehen ist!“ Er deckte auch auf, dass er selbst damals Reinhold Messner geraten habe, sein Nichtwissen über das Verschwinden seines Bruders gegenüber Dr. Herrligkoffer mit einem Lawinenabgang zu erklären.

Der Sohn des Stifters, der Arzt Dr. Klaus Herrligkoffer, antwortete auf die Frage eines Journalisten der Abendschau des Bayerischen Fernsehens: „Ich empfinde die Darstellung meines Vaters als Schmähung und Verunglimpfung!“ Er forderte die Filmgesellschaft SENATOR-Film unter anderen auf, dass ein Vorspann zum Vilsmaier Film eine Erklärung abgeben müsse, dass aus dramaturgischen Gründen die darstellenden Personen stark verändert worden seien: „Ich erkennen meinen Vater überhaupt nicht wieder! Er war niemals so, wie er im Film als ein diktatorischer, aufbrausender und rechthaberischer Mensch dargestellt wurde!“ Seine engagierte Verteidigungsrede wurde von zahlreichen Anwesenden mit Beifall quittiert.

Die Pressekonferenz mit Statements, Fragen und Antworten an Teilnehmer wurde nach 90 Minuten beendet.

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